Menü

Jessica Purkhardt

Jessica PurkhardtJournalistin / Journalistin / Rettungssanitäterin
Als studierte Journalistin habe ich in den vergangenen
Jahren als Auslandskorrespondentin für Wirtschaft und Politik in  Asien gelebt und gearbeitet und bin Anfang 2010 wieder nach Deutschland zurückgekehrt.
Zuletzt habe ich im Millionenmoloch Bangkok
gelebt, wo sich immer
gleiche Straßenzüge über
Kilometer unterschiedslos hinzogen und die Preise
für Mieten und Grundstücke entschieden, wer wo wohnen darf. Für meine neue Heimat, das Gallus, möchte ich so eine Entwicklung unbedingt vermeiden. Sicher, neue Infrastruktur, Freizeitmöglichkeiten und soziale Einrichtung bedeuten mehr Lebensqualität und Zuzug von neuen oft auch finanziell bessergestellten Bewohnern und eine  Aufwertung des Stadtteils. Wichtig ist dabei aber auch, die  Bedürfnisse und Sorgen der „Alteingesessen“ nicht aus dem Auge zu verlieren, die dann möglicherweise mit dem plötzlich steigen Mietniveau nicht mehr mithalten können. Die Identität eines Stadtteils ist über Jahrzehnte gewachsen und entsprechend behutsam zu behandeln.
In meinen Jahren im Ausland habe ich erfahren, was für eine Herausforderung es sein kann, in einem anderen Land und einer anderen Kultur Fuß zu fassen und sich zu Hause zu fühlen. Für mich ist es gerade in einem so internationalen Stadtteil wie
dem Gallus wichtig, dass die Herkunft kein nachteiliges Kriterium für die Chancen eines Einzelnen ist. Hier wünsche ich mir noch mehr Miteinander.
Die Infrastruktur dafür muss nicht mal neu geschaffen werden: Im Gallus gibt es viele Vereine, Karnevalsvereine, Sportvereine und freie Initiativen, die viel für Integration leisten - was meiner Meinung nach oft zu wenig anerkannt wird.
Ich bin selbst ehrenamtliche Rettungssanitäterin beim Roten Kreuz und halte es nicht nur deswegen für wichtig, dass sich Bürger füreinander engagieren und Verantwortung übernehmen. Miteinander zu arbeiten und gemeinsam etwas zu erreichen ist ein Integrationsmotor, den man anders nicht ersetzen kann. Ehrenamt und Vereine sind die Orte an denen so etwas stattfindet.
Darüberhinaus kann auch die Stadt einiges leisten und eine Vorbildrolle einnehmen: Ich möchte mich auch für mehr Migrantinnen und Migranten als Beschäftigte in der Verwaltung und für eine Erhöhung der interkulturellen Kompetenz in den Ämtern und
Behörden der Stadt Frankfurt , aber auch für eine mehrsprachige  Gesundheitsberatung und Dolmetscherdienste in Krankenhäusern einsetzen.

Chancengerechtigkeit statt Abstiegsangst