28.04.17 –
Der 1. Mai ist ein Tag, der überall in Europa gefeiert wird. Deshalb ist auch das Motto in 2017: „Wir sind viele, wir sind eins!“ durchaus europäisch zu interpretieren. Die GRÜNEN Frankfurt rufen dazu auf, für mehr soziale Gerechtigkeit und eine tolerante, demokratische und solidarische Gesellschaft in Deutschland und Europa an der 1. Mai-Kundgebung teilzunehmen.
„Der wirtschaftliche Aufschwung der vergangenen Jahre in Europa ist längst nicht bei allen Menschen angekommen. Die Schere zwischen Arm und Reich geht im Gegenteil weiter auseinander. Populisten und Nationalisten nutzen dies, um diskriminierende und rassistische Parolen zu setzen und Angst zu streuen. Angst vor der Arbeitslosigkeit, Angst vor der Unsicherheit der Globalen Welt, Angst vor der Zukunft, Angst vor Menschen, die aus Kriegsgebieten zu uns nach Europa kommen. Das ist eine Gefahr für die Grundlagen unseres sozialen und demokratischen Zusammenlebens.
Die Arbeitslosigkeit in Deutschland erscheint auf dem ersten Blick niedrig. Der Preis für diese Entwicklung ist allerdings eine deutliche Flexibilisierung, von der bisher nur die Arbeitgeber profitieren. Viele Menschen sind in prekärer Beschäftigung oder haben mehrere Jobs. Und für Menschen, die von Arbeitslosigkeit und insbesondere von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen sind, ist keine Verbesserung eingetreten. Wir wollen faire Arbeitsbedingungen und Arbeitszeiten und wir wollen die Verteilung von Arbeit neu gestalten. Wir wollen einen Arbeitsmarkt, der jede und jeden miteinbezieht und niemanden von guter Arbeit ausgrenzt. Auch junge Menschen teilweise ohne Schulabschluss müssen einen Platz in unserer Gesellschaft finden.
Es braucht ein deutliches Umdenken. Das Festhalten an den bekannten Arbeitsmodellen und Branchen wird nicht die Lösung sein. Wir brauchen neue Lösungen, die alle Menschen nach ihren individuellen Möglichkeiten teilhaben lässt. Das betrifft die ökonomische Absicherung ebenso wie Qualifizierung und die Gestaltung der Arbeitszeiten. Und es betrifft die nach wie vor existierenden Diskriminierungen insbesondere von Frauen, Migrant*innen, LSBTIQ und Menschen mit Behinderung. Der 1. Mai ist ein guter Tag, um ein Zeichen in diese Richtung zu setzen“, erklären Marina Ploghaus und Bastian Bergerhoff, Vorstandssprecher Bündnis 90/Die Grünen.
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